Lebensart

15 Ways To Loose Weight

Mein Wecker klingelt. 6:15 Uhr – ich muss aufstehen. Ich schlage die Decke zur Seite und greife nach meinem Handy, um den Wecker auszuschalten. Auf meinem Display leuchtet eine Nachricht von Instagram auf. Jemand mir unbekanntes hat mich unter einem Bild markiert. Noch halb Schlaftrunken entsperre ich mein Handy und öffne die App. Ein Bild auf dem ein und dieselbe Frau zwei Mal zu sehen ist. Auf der linken Seite sehr kurvig und auf der Rechten erstrahlt sie mit einem ultra flachen Bauch. Die Bildunterschrift: 15 ways to loose weight. Ich schließe die App, stehe auf und torkle noch immer viel zu müde, um mich zu bewegen ins Badezimmer. Kurz unter die Dusche gesprungen und durch die Haare gekämmt; Foundation, Puder, Mascara – fertig. Ich schnappe mir meine Tasche, greife nach einer Nektarine und schon lasse ich die Tür hinter mir zufallen und stürme zum Auto.

In den gesamten 8 Stunden Autofahrt geht mir ein Satz nicht mehr aus dem Kopf: 15 Ways to loose weight. Mir geht nicht aus dem Kopf, wie ich unterbewusst über meinen Bauch gestrichen habe und mir überlegt habe, dass ich heute zum Frühstück das Brötchen weglasse. Und ich denke daran, wie ich mich, als ich mich angezogen habe vor den Spiegel gestellt habe und mein Profil kritisch begutachtet habe. Bin ich zu dick? Mein Bauch könnte auch flacher sein. Und meine Arme und Beine definierter. Am Besten ich esse die nächste Tage nur noch Suppe.

Nein. Nein, das ist alles nicht richtig so. Wieso gibt es so unglaublich viele Posts, Bilder und Videos darüber, wie man abnehmen kann und so gut wie gar keine darüber, wie man sich in seiner Haut wohl fühlt? Wieso hat unsere Gesellschaft den Standard, immer dünn zu sein, einen super flachen Bauch zu haben und total durchtrainiert zu sein? Wieso liegt der Standard nicht einfach da, wo jeder sich selbst gerne sieht? Und wieso gibt es keine 15 Ways to Love yourself just the way you are?

Ich finde es viel wichtiger, dass man sich so annimmt, wie man ist und nur dann etwas an seinem Körper ändert, wenn man sich selbst nicht wohl fühlt. Dann, aber auch nur dann, finde ich es gerechtfertigt, zu versuchen, etwas Gewicht zu verlieren oder auch zuzunehmen. Natürlich spielt der Kopf dabei auch eine sehr große Rolle. Er bestimmt, was ihr wollt. Aber wenn ihr versucht, einen Weg zu finden, bei dem ihr euch nahezu in jeder Minute eures Lebens wohl fühlt, ihr euch zu nichts zwingen müsst und euch alles, was ihr macht, leicht fällt – dann habt ihr genau das geschaftt, wovon ich rede.

Seid doch mal ganz ehrlich: Ist es für euch wirklich Lebensstandard, wenn ihr ständig darauf achten müsst, was ihr esst? Dass ihr keine Schokolade esst, kaum Zucker zu euch nehmt und auch auf zu viele Kohlenhydrate oder sonst irgendetwas verzichtet? Ist es das wirklich wert? Und wieso macht ihr das überhaupt?

Wenn ihr euch die Frage stellt, wofür ihr jetzt gerade eigentlich darauf verzichtet, gemütlich mich euren Freunden auf dem Sofa zu sitzen und auch in die Schüssel voll mit Süßigkeiten zu greifen, was ist dann die Antwort? Macht ihr das, weil ihr möchtet, dass euer Spiegelbild Ansehen bei anderen Menschen bekommt, weil ihr darauf hofft, dass alle sehen, wie schlank ihr seid?

Soll ich euch mal etwas verraten? Das wird kaum einer Denken. Und zwar genau deswegen, weil ihr noch immer mit euch unzufrieden seid. Weil ihr immer noch dünner, trainierter, flacher werden wollt und ihr euch immer noch nicht akzeptiert habt, wie ihr seid.

Ansehen und Komplimente bekommt man dann am meisten, wenn man sich selbst fühlt – wenn man zufrieden mit sich ist und sich selbst so wie man ist, akzeptiert und annimmt. Das ein oder andere Kilo mehr auf den Hüften ist wirklich nicht schlimm. Eure Ausstrahlung und euer Selbstwertgefühl sind von Bedeutung. Nur dadurch könnt ihr glücklich sein. Kein Kompliment auf der Welt kann euch das abnehmen und euch dazu bringen, wirklich zufrieden mit euch und eurem Körper zu sein.

Dieser Post auf Instagram – und auch viele andere – hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Das Bild, was durch die Sozialen Netzwerke vom „perfekten Körper“ vermittelt wird, bringt uns dazu, dass wir vergessen, was wir selbst wollen. Dieses „Für-Andere-Schön-Sein“ hat meiner Meinung nach in der letzten Zeit über Hand genommen und nur jeder für sich kann selbst entscheiden, wie er damit umgeht.

Aber stellt euch bitte hin und wieder die Frage, wieso ihr die Kugel Eis, die Schüssel Chips oder die Tafel Schokolade jetzt gerade nicht esst und lieber anstarrt, wenn sie auf dem Tisch liegt.

Start your das with looking in the mirror proudly.

xoxo, Nancy

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